Die kleine Flucht

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Es wurde Zeit. H├Âchste Zeit.

Ernte und Bodenbearbeitung auf den Feldern waren erledigt. „Mal raus und weg?“ Meine Frau fragte ├╝berfl├╝ssigerweise den Bedarf ab. Ich war so ├╝berrascht, da├č ich erst einen Scherz vermutete. Nach realisieren der Ernsthaftigkeit dieses sch├Ânen Vorschlages begann die Planung f├╝r dieses raus & weg.┬á Freundliches Wei├č winkte vom Kalender f├╝r die n├Ąchsten Tage zu uns her├╝ber. Klasse!

Wobei: Planung? Eher nicht. Geplant planlos wollten wir uns treiben lassen.

Wir wussten nur, gen Norden, schlafen im Auto, Donnerstag Nacht zur├╝ck.

  • Breite Matratze und Schlafs├Ącke im Taunus? Probeliegen erfolgreich? Check!
  • Luft, ├ľl, K├╝hlwasser, Benzin? Check!
  • 10er,13er,17er,19er Schl├╝ssel, Knipex, Schraubenzieher, Hammer? Check!
  • Futter, Getr├Ąnke, Atlas, Wechselschl├╝ppi? Check!
  • Jede Menge Kopf zum freimachen? Sowas von C H E C K!

Kann los gehen!

Sonntag

Wir ernennen die Kids zu H├╝tern ├╝ber die Schl├Âsser und L├Ąndereien und fahren los. Zun├Ąchst nicht weit. Genau genommen nur 10 km. Eine Einladung zum „chill, grill and animal watching“ bei sehr lieben Freunden nehmen wir als wunderbaren Einstieg in unsere paar freien Tage liebend gerne an. Schwer hingegen f├Ąllt der Abschied. Nicht nur, weil wir gem├╝tliche Stunden erlebten, viel mehr wegen der gro├čen Menge an vorrangig fleischlichen Leckereien. Wir hiefen uns mit dicken B├Ąuchen ( Wozu brauchen wir jetzt eigentlich noch die Essensvorr├Ąte auf dem R├╝cksitz? ) in die Sitze und knattern in die tief stehende Sonne davon.

Landstra├če! Gro├čartig! Sofort stellt sich Urlaubsfeeling ein.

Wir gleiten dahin. Wei├čwasser, „Wilhelm Pieck – Stadt“ Guben, Eisenh├╝ttenstadt. Kurze Pullerpause und die Nasen in die Karte.

Weiter? Ja! … Nein! Das Auto gibt keinen Muchs von sich. So fr├╝h schon ein Ausfall? Ein Blick in den sehr ├╝bersichtlichen Motorraum verr├Ąt: nichts auff├Ąlliges zu sehen. Ich wackle an den Anlasserkabeln. Das kleine Kabel ist ein bisschen locker. Sollte das die L├Âsung sein? Ohne Murren springt unser Mobile an. Coole Sache!

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Langsam weicht der Tag der dunklen Zeit. Das angenehm gelbe Licht der Scheinwerfer erhellt unseren Weg. Bald ist von der Umgebung kaum noch etwas zu erahnen und wir beschlie├čen, uns gen Autobahn zu bewegen. Nach l├Ąngerer Fahrt durch d├╝nn besiedeltes Gebiet empf├Ąngt uns Neuhardenberg mit seiner wundersch├Ânen Schlo├čanlage. Fein beleuchtet, wecken die Geb├Ąude und der gesamte Komplex die Neugier, sich mehr mit der Geschichte dieses Ortes und der Gegend besch├Ąftigen zu wollen.

Wir bem├╝hen das Telefon, um irgendwie den Weg zum Berliner Ring zu finden. Dabei kommen wir in den Genu├č einer Umleitung. Kann das sein? Im Scheinwerferkegel taucht eine alte Pflasterstra├če auf. Hier scheint jeder einzelne Stein sich den R├Ądern entgegenzustrecken und seine jahrhundertealte Geschichte erz├Ąhlen zu wollen. Der Ausdruck „holprig“ trifft die Sache nicht ganz. Historisch interessant ist schon n├Ąher dran.

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Auf dem Ring und einmal in Fahrt fliegen die Kilometer wieder schneller vorbei. M├╝de sehen wir uns an und sind uns wortlos einig. Die n├Ąchste Ausfahrt ist die unsere. Irgendwo biegen wir auf einen Plattenweg ab, zwischen hohem Schilf hindurch, vorbei an Teichen. Bald verliert sich der Weg in einer Wiese. Das Schilf gibt uns ein Gef├╝hl von Deckung. Schnell ist unser Schlafplatz im Fond gem├╝tlich hergerichtet. Platz genug f├╝r zwei. Wildromantisch!

 

Montag

Der Tau auf dem Autodach und an den Scheiben reicht aus, um ein lachendes Smiley zu kritzeln. Ein in die Scheibe eingeklemmter Pullover schirmt unsere Gesichter noch ein wenig von der aufgehenden Sonne ab. Ich liege blinzelnd mit der Nase an der Fensterkurbel und freue mich, langsam munter werdend, ├╝ber unsere Lage. Anja ist in ihrer Mumie eingewickelt kaum zu finden und schl├Ąft noch selig. Ganz bequem soweit unser Nachtlager, stelle ich zufrieden fest.

Zur Morgenstunde ist es noch angenehm frisch, aber heut wird wohl ein warmer Tag werden. Ganz ohne Hast wird der Kocher in Stellung gebracht, denn Kaffe wird gew├╝nscht.

Einen Bundeswehr Panzerkeks in der einen, das Emailletippel in der anderen Hand studieren wir die Karte und den heutigen Weg weiter nach Norden. Zum schnell hinein springen taugen die Teiche hier nicht gerade, also gibt es Katzenw├Ąsche aus dem Wasserkanister und als besonderen Luxus das restliche warme Kaffeewasser zum Z├Ąhne putzen.

Liebe Freunde von uns sind an der Ostsee im Urlaub. Vielleicht kann man sich ja auf ein K├Ąffchen treffen? Die Idee entpuppt sich als Volltreffer. Sie freuen sich riesig und nach einer ziemlich gechillten Autobahnetappe liegen wir uns erst in den Armen, dann, 5 min. sp├Ąter am Strand in Warnem├╝nde. Welch wunderbare F├╝gung. Nat├╝rlich hupfe ich mit meiner noblen Bl├Ąsse erstmal in die Fluten. Salzwasser in Mund und Augen sp├╝re und schmecke ich erstens, wir sind hier genau richtig, zweitens, das wird ein sch├Âner Nachmittag.

Zu Abend wollen wir eigentlich wieder los, den Freunden ihren Urlaub lassen, doch das wird strikt abgelehnt. In Anbetracht der Aussicht auf ein l├Ąngeres nettes Zusammensein wehren wir uns nur halbherzig gegen die Einladung. Auch der Abend wird nett, lustig, kulinarisch bis zum Platzen und lang. Hafen, Strand, die vielen leckeren Eisdielen und der Besuch bei „Peter Pane“ lassen die Zeit kurzweilig vergehen.

 

 

 

 

to be continued

 

 

 

 

 

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